Expose deutsch

 Nuran ist 13 Jahre alt, als sie ihr soziales Umfeld bewusster wahrnimmt. Sie ist eines der fünf Kinder von H. und M., die Anfang der 60 er Jahre in das begehrte Land – Deutschland- kommen, um nach einigen Jahren Arbeit als wohlhabende in ihre Heimat zurückkehren zu können. Nurans Eltern waren Tagelöhner auf den Baumwollfeldern und Analphabeten. Eine Schule von innen hatten sie nie gesehen. Nur der Vater kann rechnen, da er in Adana – Türkei – mehrmals als Straßenverkäufer gearbeitet hatte. Auf Grund mehrerer Vorfälle in der Familie merkt Nuran, dass ihr einziger Weg die Bildung ist, um aus einer Welt herauszukommen, mit der sie sich nicht identifiziert. Nuran ist ein korpulentes und grob – motorisches Mädchen, das sich dafür schämt irgendwann einmal eine Frau sein zu müssen. Denn über die Mutter bekommt sie mit, wie schwer es ist als Frau in dieser engen Gesellschaft zu existieren und unbeschadet den eigenen Weg zu gehen.

Anfänglich gegen den Willen des Vaters, setzt sie sich durch und wechselt von der Hauptschule in das Gymnasium, wo sich die Tür zu ihrer Welt hätte öffnen sollen.  Für Nuran wird jedoch gegen ihren Willen eine andere Tür geöffnet, deren Ausblick noch bis heute Fragen offen lässt. Nach der endgültigen Trennung der Eltern wird Nuran mit 14 Jahren verheiratet und der Verlauf ihres Lebens nimmt viele erstaunliche Wendungen an.
Die beiden anderen Schwestern dürfen ihre Ehemänner im Laufe der Geschichte selber aussuchen. –
Die Autorin erzählt ihre Geschichte voller Leidenschaft. Leidenschaft für das Leben, für das es wert ist immer zu kämpfen. WEIL ES UNSER EIGENES IST! Sie ist der Meinung, dass es einen Zeitpunkt gibt, wo wir für uns selber Verantwortung übernehmen und – bewusst oder unbewusst- darüber entscheiden wie viel äußeren Einfluss wir selber zulassen. Sie sieht das Buch nicht dafür geeignet, noch mehr Klischees zu manifestieren und noch mehr über die Unterdrückung der Frauen zu berichten sondern sie will zeigen, wie viel Stärke in Frauen, letzt Endes in Menschen, stecken. Die Autorin, die nach ihrem BWL – Studium noch eine weitere Ausbildung zur Therapeutin gemacht hat, befasst sich mit den gesellschaftspolitischen Familien – Strukturen und der Stellung der Frauen. Sie sagt: „ In der Wechselwirkung bedingen sich die einzelnen Positionen der Mitglieder eines Systems und auch der Positionen Mann und Frau, wie ein Macht – Spiel, dessen Spielregeln beide nicht nur bedienen, sonder die sie explizit in einem Kontext gemeinsam setzen. Ganz unabhängig davon, welche Hautfarbe die Menschen haben, aus welchem Land sie stammen und zu welcher Religion sie sich zugehörig fühlen.  Dieses Buch kann zur kontroversen Diskussionen anregen und auch eine Möglichkeit bieten, allen Frauen die in ähnlichen Situationen sind oder waren, eine andere Perspektiven zu bieten, anstatt in ihrer eigenen „Ohnmacht“ starr zu bleiben.
Denn „Ohnmacht“ - „ohne Macht“ ist kein Mensch!