Nuran ist 13 Jahre alt, als sie ihr soziales Umfeld bewusster wahrnimmt. Sie ist eines der fünf Kinder von H. und M., die Anfang der 60 er Jahre in das begehrte Land – Deutschland- kommen, um nach einigen Jahren Arbeit als wohlhabende in ihre Heimat zurückkehren zu können. Nurans Eltern waren Tagelöhner auf den Baumwollfeldern und Analphabeten. Eine Schule von innen hatten sie nie gesehen. Nur der Vater kann rechnen, da er in Adana – Türkei – mehrmals als Straßenverkäufer gearbeitet hatte. Auf Grund mehrerer Vorfälle in der Familie merkt Nuran, dass ihr einziger Weg die Bildung ist, um aus einer Welt herauszukommen, mit der sie sich nicht identifiziert. Nuran ist ein korpulentes und grob – motorisches Mädchen, das sich dafür schämt irgendwann einmal eine Frau sein zu müssen. Denn über die Mutter bekommt sie mit, wie schwer es ist als Frau in dieser engen Gesellschaft zu existieren und unbeschadet den eigenen Weg zu gehen.

